Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der Musik
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Musiktheorie als Hauptfachstudium Musiktheorie als HauptfachstudiumDie Beschäftigung mit der Theorie der Musik ist neben dem praktischen Musizieren oder dem Komponieren einer der möglichen und notwendigen Zugänge zur Musik. Musiktheorie bietet Einsichten in Systemzusammenhänge, in das also, was Musik sinnfällig macht. Sie hat das Verstehen von Musik zum Ziel – ein Verstehen allerdings, das nicht nur die kognitiven, rationalen Seiten betrifft, sondern den Begründungszusammenhang zu klären versucht, der für das ästhetische Erleben von Musik verantwortlich ist: Warum berührt mich diese Musik, was ist an jener so faszinierend – oder abstoßend? Denn: Ein noch intensiveres Erleben und Fühlen von Musik entsteht durch Erkenntniszuwachs. Doch gehören zur Musiktheorie nicht nur Kenntniserwerb, sondern auch Vermutung, Spekulation, Kreativität und Erfindung. Dass Theorie mit Trockenheit zu tun haben soll, ist ein kaum ausrottbares Vorurteil. Das Studium Musiktheorie vermittelt einerseits Kenntnisse und Fertigkeiten der wichtigsten Kompositions- und Satztechniken und der damit verbundenen theoretischen und historischen Fragestellungen. Andererseits orientiert sich die Ausbildung an einem erweiterten Berufsfeld von MusiktheoretikerInnen, indem es ein integratives Lehrkonzept mit Praxisbezug und Berufsorientierung anbietet. Es versteht sich auch als Alternative oder Ergänzung zu einem Konzertfach-, Musikpädagogik- oder Musikwissenschaftsstudium. Seminarthemen im Winter- und Sommersemester 2004/05 AUSGEWÄHLTE KAPITEL ZUR HISTORISCHEN MUSIKTHEORIE Musiktheoretische Betrachtung auf Grundlage zeitgenössischer Theorie ist Ausgangspunkt dieses Seminars. Wie hätten z.B. Bach, Mozart, Schumann u.a. ihre Musik beschrieben, erklärt, analysiert? Welche Vor- und Nachteile bieten dagegen heutige Erklärungsmodelle? LOGIK, SCHLÜSSIGKEIT, KONSEQUENZ INNERHALB MUSIKTHEORETISCHER BETRACHTUNG Anhand von Werk-, Quellen- und Skizzenstudien von Kompositionen aus unterschiedlichen Epochen werden die vielfach verwendeten Kategorien des Logischen, Schlüssigen, Konsequenten, Organischen auf ihre Tragfähigkeit hin untersucht. Seminarthemen aus früheren Semestern (Auswahl) MUSIK-KONZEPTE NACH 1945 Neue Musik nach der ,Stunde Null‘ SCHREIBEN ÜBER MUSIK Unterschiede zwischen historisch-wissenschaftlicher Werkbetrachtung, Werkkritik, Werkeinführung, Musik-Essay NACH DER TONALITÄT Grenzbereiche harmonisch-tonaler Gestaltung: M. Regers Klarinettenquintett op.146. Zentralität statt Tonalität: A. Skrjabins Technik des Klangzentrums. Freie Atonalität: A. Schönbergs frühe Klavierstücke. Das Erspüren neuer Gesetzmäßigkeit: A. Weberns Augenblicks-Musik – mit einem Ausblick auf G. Ligeti. Arten der Kodifizierung: Grundätzliches zu J.M. Hauers und A. Schönbergs „12-Ton-Methoden“. Konstruktion und Expression im Spätwerk A. Weberns. DIE MUSIK VON FRANZ LISZT Anhand von Werkuntersuchungen aus der Frühzeit, der mittleren und späten Phase Liszts wird der kompositionsgeschichtliche Wandel eines ganzen Jahrhunderts verdeutlicht, dies in Bezugnahme und Abgrenzung zu den maßgeblichen Zeitgenossen Liszts und sonstigen bestimmenden kompositorischen Entwicklungen. MUSIKTHEORIE UND WERKINTERPRETATION Musiktheorie – Aufführungstheorie – Werkinterpretation: die drei Begriffe/Begriffsfelder und ihre Interdependenzen werden untersucht, ausgehend von Aufführungstheorien des 20. Jahrhunderts, in Kooperationen mit Studierenden aus den Instrumentalklassen. Studienplan Erster Studienabschnitt (4 Semester): Hier werden die Grundlagen repräsentativer musikalischer Satztechniken vermittelt. Zweiter Studienabschnitt (6 Semester): Hier erfolgt eine Spezialisierung auf wissenschaftlicher Basis. Die Themengebiete reichen von den Anfängen bis zur heutigen Musik. Beispiele: Ars nova. Vokaler Kontrapunkt des 16. Jahrhunderts. Satztechnisches Denken bei Bach, Mozart, Beethoven. Serielle und Postserielle Techniken. Konzepte aktueller Theorien. Erarbeiten von Texten über Musik, orientiert an Berufen wie Musikschriftsteller, -kritiker, -journalist, Editionstätigkeit. Erarbeitung, Präsentation, Moderation eigener Theorieprojekte. Unterrichtspraktika. Klassenveranstaltungen in Kooperation mit anderen Klassen und Institutionen Außenkontakte sollen die Chancen der MusiktheorieabsolventInnen erhöhen. Abschluss: Diplom (Mag. art.) Tel. (+43 1) 71155-3530, Fax (+43 1) 71155-3594, torkewitz@mdw.ac.at Assistent LB Mag. Thomas Dézsy Tel. (+43 1) 71155-3515, dezsy@mdw.ac.at A-1030 Wien, Anton von Webern-Platz 1 |
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